Am Gymnasium spricht ein muslimischer Schüler „Allahu Akbar“ und beginnt das Gebet – ein Terroranschlag oder ein Zeichen der Integration?
Viele Schulen machen es sich selbst damit schwer und strahlen eine negative Ausstrahlung in den Schlagzeilen. Es beginnt nur mit einer kleinen Frage, die zu einer Streit Diskussion führt und letztendlich in der großen Reichweite der Medien endet. Es sind Fehler von beiden Seiten, der Partei des Schülers und die des Lehrers. Doch was genau ist inkorrekt und wie kann man sich genau richtig annähern, um eine friedvolle Atmosphäre im Umfeld entstehen zu lassen?
Zunächst will ich erstmal erwähnen, dass es eine “Tradition“ sei, dass in den letzten Schultagen vor den Winterferien eine Weihnachtsfeier stattfinde und somit ein ganzer Schultag diesem christlich religiösem Anlass gewidmet sei. Wenn also die schule ein religionsfreier Ort sei, dann dürfe es auch dementsprechend keine Anzeichen von Weihnachten, Ostern oder sonstiges durch das Feiern, Basteleien und vieles mehr geben. Damit wäre die Schule ein neutraler Ort, also frei von Religion und Kultur, gewidmet nur zum lernen. Weitergegangen hieße es, dass die Schule ein Ort für nichts sei, denn in jeglicher Hinsicht, seien es Sprachen, Naturwissenschaften oder vor allem die Gesellschaftswissenschaften, Kultur und Religion spielen überall eine wichtige Rolle beim erlernen. Demnach kann man Kultur nicht weglassen und wenn ein ganzer Schultag zu Gunste einer Weihnachtsfeier tauglich ist, wieso sollte dann eine Pause nicht zum Beten genutzt werden können?
Solange ein Schüler sich selbst und andere nicht schadet, darf er doch seine freie Pausenzeit selbst gestalten, wie es ihm passt. Warum sei es einem Schüler verboten, während die restlichen Schüler toben und laut werden, sich der Ruhe zu begeben. Denn das Gebet ist ein ruhiger Akt der zur Konzentration hilft, was wiederum vorteilhaft für den Schüler selbst wäre. Erstens eine innere Ruhe zu finden und zweitens die Konzentration, die er danach in der Unterrichtszeit benutzen kann. Weiterhin hat eigentlich kein weiterer Schüler etwas dagegen, vielmehr erweckt es ein Interesse in ihnen, was dazu führt, dass ihre Neugier Fragen stellt. Genau dies ist doch ein direkter Weg zur Integration, zu Freundschaften und Beseitigung der Angst hervorgerufen durch negativen Vorurteilen. Dass das Waschen der Füße im Waschbecken nicht angenehm für jedermann sei, ist berechtigt. Das müssen wir auch berücksichtigen und respektieren. Hierzu gibt es Streitigkeiten vieler “Gelehrten“, wozu wir Ahmadi Muslime sagen, dass, wenn die Füße morgens gewaschen worden sind und man sich Socken anzieht oder die Füße durch Kleidung bedeckt, die rituelle Waschung der Füße für einen Tag anhält. Diese Problemlösung ist vorteilhaft für beide Oppositionen.
Wir erkennen nun, dass Religion und Kultur ein wichtiger Bestandteil des Schullebens eines Schülers und der Schule selbst sei, wodurch das verrichten des Gebets nicht bedrohlich sondern vorteilhaft ist. “Einigkeit, Recht und Religionsfreiheit” ist ein Gesetz für alle Bürger Deutschlands. Wenn also das Gesetz der Freiheit für Menschen von christlichem oder jüdischem Glauben zählt, warum dann nicht auch für die Angehörigen der islamischen Lehre. Ein Mensch ist ein Mensch – nur ein Gesetz für alle in Betracht mit Toleranz auf allem, was keinen Menschen schadet, ist ein Weg zur Integration, zum Frieden und zur Harmonie.

